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Am 24. November 2025 fand die 24. Wirtschaftsschutztagung des Niedersächsischen Verfassungsschutzes in Hannover statt, bei der rund 400 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen anwesend waren.

Die Tagung bot eine Plattform für den Austausch zu aktuellen Sicherheitsfragen und hybriden Bedrohungen, mit dem Ziel, Unternehmen und Organisationen auf die wachsenden Risiken in der digitalen und physischen Sicherheitslandschaft vorzubereiten.

Eröffnung und Eröffnungsansprache

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, eröffnete die Veranstaltung mit einer Analyse der aktuellen Sicherheitslage und hob die wachsende Bedeutung von Schutzmaßnahmen im Kontext hybrider Bedrohungen hervor. Sie betonte, dass die Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung sich der erhöhten Risiken für die nationale Sicherheit bewusst sind und ihre Sicherheitsmaßnahmen in den letzten Jahren erheblich verstärkt haben. Besonders die Kritische Infrastruktur stünde dabei im Fokus, da diese als eine der wichtigsten Angriffsflächen für hybride Bedrohungen gilt.

Behrens ging auf die geopolitischen Spannungen ein, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst wurden, und verdeutlichte, dass dieser nicht nur die Verteidigungspolitik, sondern auch die Wirtschaft betreffe. Deutschland, als führende Wirtschaftsnation in Europa, sei aufgrund seiner Innovationskraft und zentralen geographischen Lage ein besonders attraktives Ziel für verschiedene Akteure, die versuchen, durch Spionage, Cyberangriffe und Sabotage Einfluss zu nehmen.

Hybride Bedrohungen: Risiken und Schutzmaßnahmen

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Auseinandersetzung mit sogenannten hybriden Bedrohungen, die eine Vielzahl von Erscheinungsformen annehmen können. Zu diesen Bedrohungen zählen neben klassischer Spionage auch Cyberangriffe, Sabotageakte und Desinformationskampagnen, die darauf abzielen, demokratische Institutionen zu destabilisieren und die Wirtschaft eines Landes zu schädigen. Diese Bedrohungen sind besonders tückisch, da sie oft verdeckt durchgeführt werden und die staatliche Urheberschaft verschleiert wird, was die Identifizierung und Abwehr erschwert.

Ministerin Behrens erläuterte die Maßnahmen der Landesregierung zur Abwehr solcher Bedrohungen, die zunehmend als Bedrohung für die Stabilität der Wirtschaft und der Gesellschaft erkannt werden. Ein zentrales Instrument sei die Sicherheitsüberprüfung von Personen, die in besonders sensiblen Bereichen arbeiten, um das Risiko von Sabotage zu verringern. Darüber hinaus habe die Bundesregierung ihre Sicherheitsstrategie angepasst, indem sie verstärkt in die Cybersicherheit und die Verteidigung kritischer Infrastrukturen investiere.

Prävention und Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden

Dirk Pejril, Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Sicherheitsakteuren. Besonders hervorzuheben sei der Single Point of Contact (SPoC Hybrid), der es ermögliche, schnell und effizient Informationen über hybride Bedrohungen zu sammeln und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Pejril erklärte, dass der Verfassungsschutz bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe, um die Sensibilisierung und Vernetzung der Sicherheitsakteure in Niedersachsen zu stärken. Dies schließe auch Unternehmen ein, die zunehmend auf die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden angewiesen seien.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Cybersicherheit. Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), verdeutlichte, dass Cyberangriffe eine der größten Bedrohungen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität Deutschlands darstellen. Sie wies auf die Schwachstellen hin, die Cyberangreifer gezielt ausnutzen, und betonte die Notwendigkeit, die Abwehrkapazitäten weiter auszubauen. Plattner hob das kürzlich verabschiedete Gesetz zur Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie hervor, dass eine wichtige Grundlage für den Schutz kritischer digitaler Infrastrukturen bildet.

Die Bedrohung durch Cyberangriffe

Plattner erklärte, dass Deutschland als attraktives Ziel für Cyberangriffe weiterhin auf der Liste potenzieller Angreifer stehe. Cyberoperationen, die sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor betreffen, könnten nicht nur zu erheblichen finanziellen Verlusten führen, sondern auch das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit von Unternehmen und kritischen Infrastrukturen erschüttern. Besonders kleine und mittlere Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildeten, seien zunehmend gefährdet. Daher sei es umso wichtiger, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Angriffen zu stärken.

Fazit und Ausblick

Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, dass hybride Bedrohungen in der heutigen global vernetzten Welt eine immer größere Herausforderung für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit darstellen. Besonders der Bereich der Cybersicherheit steht dabei im Fokus, da hier die Angriffsflächen aufgrund der Digitalisierung ständig wachsen. Durch den intensiven Austausch zwischen Wirtschaftsvertretern und Sicherheitsbehörden wurden wichtige Impulse für die weitere Zusammenarbeit zur Abwehr hybrider Bedrohungen gesetzt.

Ministerin Behrens schloss mit einem Appell an alle Beteiligten, die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verstärken und sich aktiv in den Präventionsprozess einzubringen. Nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Sicherheitsbehörden und der Politik könne es gelingen, die Risiken zu minimieren und die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft zu erhöhen.

Die 24. Wirtschaftsschutztagung des Niedersächsischen Verfassungsschutzes war somit ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren und sichereren Wirtschaftslandschaft, die in Zeiten hybrider Bedrohungen widerstandsfähiger wird.


Das Wirtschaftsschutzteam Verfassungsschutz Niedersachsen
Bild Quelle: HERSA Security 


Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung
Bild Quelle: HERSA Security 

 

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