Pressemitteilung des BDSW 12 / 2026
BDSW erneuert seine Forderung nach einer Ausweitung des strafrechtlichen Schutzes
Berlin – Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) zeigt sich erschüttert über den Angriff auf einen Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn, der nach einer eskalierten Fahrscheinkontrolle aus einem fahrenden Regionalzug stürzte und schwer verletzt wurde. „Der Vorfall verdeutlicht erneut, welchen Gefahren Beschäftigte der privaten Sicherheitswirtschaft bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind. Sie schützen Bahnhöfe, Kritische Infrastrukturen, öffentliche Einrichtungen und Veranstaltungen und tragen damit wesentlich zur öffentlichen Sicherheit bei.“, erläutert BDSW-Präsident Werner Landstorfer.
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie schwerer Gewalttaten gegen Sicherheitskräfte im Bahnverkehr ein. Die zunehmende Gewalt zeigt, dass Beschäftigte der privaten Sicherheitswirtschaft immer häufiger erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Während der Gesetzgeber für verschiedene Einsatzkräfte bereits besondere strafrechtliche Schutzvorschriften geschaffen und deren Ausweitung in den vergangenen Jahren wiederholt diskutiert hat, fehlt eine entsprechende Regelung für Beschäftigte der privaten Sicherheitswirtschaft – die vielerorts vergleichbare Aufgaben übernehmen und denselben Gefahren begegnen - bis heute.
„Wer im Auftrag der Sicherheit anderer handelt, verdient auch den Schutz des Rechtsstaates. Es ist nicht nachvollziehbar, warum private Sicherheitskräfte trotz ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit und der zunehmenden Gewalt gegen sie weiterhin von diesem besonderen Schutz ausgenommen sind“, so Landstorfer.
Der BDSW fordert deshalb erneut, den besonderen strafrechtlichen Schutz auf Beschäftigte der privaten Sicherheitswirtschaft auszuweiten und die bestehende Schutzlücke im Strafgesetzbuch zu schließen.
„Der aktuelle Fall macht auf dramatische Weise deutlich, dass Gewalt gegen Sicherheitskräfte längst kein Randphänomen mehr ist. Wer Verantwortung für die Sicherheit anderer übernimmt, muss auch den entsprechenden Schutz durch den Gesetzgeber erfahren. Unsere Gedanken sind bei dem schwer verletzten Sicherheitsmitarbeiter und seiner Familie. Wir wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung“, so Landstorfer.

