Mitglieder-Pressemitteilung

-> Diskussionsrunde erörtert die Chancen beim Einsatz privater Sicherheitsdienstleister
-> Früherer Kanzleramtsminister Bodo Hombach: „Staatliche Ressourcen nicht überfordern“
-> Innenexperte Wolfgang Bosbach begrüßt das geplante Sicherheitsgesetz
-> Polizeipräsident Frank Richter betont gute Arbeit der Sicherheitspartnerschaft Ruhr

Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der
KÖTTER Security Gruppe, betonte die
Vorteile verstärkter Kooperationen mit
Sicherheitsunternehmen.

Foto: © BAPP / Günther Ortmann
Diskussionsrunde mit (v. l.):
Polizeipräsident Frank Richter, Moderator
Marc Steinhäuser, Innenexperte Wolfgang Bosbach
und Dr. Tim Stuchtey, geschäftsführender Direktor
des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft
und Sicherheit (BIGS).

© BAPP / Günther Ortmann

 

Bochum/Essen/Bonn (30.10.2019). Mindestens 55 Milliarden Euro Schäden jährlich durch Wirtschafts- und Cyberkriminalität; fast 100.000 Wohnungseinbrüche mit einem Schadens-volumen von über 300 Millionen Euro; steigende Jugendgewalt und Bedrohungen durch Extremismus oder Clankriminalität, wie insbesondere im Ruhrgebiet. Eine Entwicklung, die es nach Auffassung renommierter Experten erforderlich macht, Sicherheit neu zu denken. Sie diskutierten auf Einladung der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) und von KÖTTER Security gestern Abend im „Haus der Geschichte des Ruhrgebiets“ in Bochum gemeinsam mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Behörden über „Chancen und Risiken beim Einsatz privater Sicherheitsdienstleister“.

„Sicherheit ist ein elementares Bedürfnis der Bürger, das für Funktion und Akzeptanz unserer staat-lichen Ordnung entscheidende Bedeutung hat. Konsequentes Vorgehen z. B. gegen Clanstruk-turen, wie es sich Polizei und Staatsanwaltschaft speziell im Ruhrgebiet auf die Fahnen geschrie-ben haben, ist somit nicht allein eine Frage der Durchsetzung von Recht und Gesetz. Es hat auch politische Bedeutung: Denn die Bevölkerung empfindet es umgekehrt als Staatsversagen, wenn Kriminalität nicht strikt verfolgt und sanktioniert wird“, erklärte BAPP-Präsident Prof. Bodo Hombach bei seiner Begrüßung. Mit Blick auf die Gewährleistung der inneren Sicherheit dürften die Ressour-cen speziell der Polizei nicht überschätzt werden. „Denn sonst droht angesichts immer neuer Auf-gaben eine Selbstüberforderung, die niemand wollen kann“, sagte der frühere Kanzleramtsminister.

Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der KÖTTER Security Gruppe, griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf und betonte die Vorteile verstärkter Kooperationen mit Sicherheitsunternehmen: „Dass etwa im Objektschutz für wichtige öffentliche Einrichtungen nicht zwangsläufig Kommissare Dienst tun müssen, macht durchaus Sinn. Dies kann zur Entlastung der Polizei auch von für diese spezifische Aufgabe ausgebildeten Sicherheitskräften übernommen werden. Die frei werdenden Kapazitäten der Polizei dürfen dann, ihrer hohen Qualifikation entsprechend, anderweitig einge-setzt werden.“ Dabei sei klar: „Je sensibler das zu schützende Objekt, umso höher müssen die Qualitätsstandards und damit auch der Preis sein“, so der Vizepräsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Gerade dies erfordere einen strikten Paradigmenwechsel bei der Ausschreibungspraxis, speziell im öffentlichen Sektor „Die öffentlichen Stellen müssen Qualitätskriterien viel stärker in den Fokus stel-len und auch bereit sein, hochwertige Leistungen monetär wertzuschätzen“, forderte der 53-Jähri-ge. „Also strikt die Prinzipien des Bestbieterhandbuchs anwenden, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Verwendung öffentlicher Mittel zu erreichen. Und das nicht erst in jüngster Zeit: Das Handbuch wurde vor genau 20 Jahren vom Europäischen Dachverband des privaten Sicherheitsgewerbes, CoESS, gemeinsam mit dem Europäischen Ge-werkschaftsbund UNI-Europa und finanzieller Unterstützung der EU entwickelt und 2015 aktua-lisiert.“ Trotz wertvoller Hilfestellungen finde das Prinzip aber so gut wie keine Berücksichtigung.

Wolfgang Bosbach: „Öffentliche und private Sicherheit gemeinsam betrachten“

Auch aus Sicht von Wolfgang Bosbach, einem der renommiertesten Innenexperten Deutschlands, bietet eine Ausweitung von Public Private Partnership vielfältige Chancen für die innere Sicherheit: „Die Politik wäre gut beraten, öffentliche und private Sicherheit nicht getrennt, sondern gemeinsam zu betrachten und Verengungen zu vermeiden“, erklärte das Mitglied des KÖTTER Sicherheitsbei-rates in seinem Vortrag. Er begrüßte daher die von der Bundesregierung für die laufende Legisla-turperiode beschlossene eigenständige Gesetzgebung für das Sicherheitsgewerbe und die Zuord-nung zum Bundesministerium des Innern (BMI). „Die gesetzliche Neuregelung ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung des Sicherheitsgewerbes“, sagte der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nach seiner Einschätzung wäre in diesem Kontext „zu begrüßen, wenn die Schaffung höherer Eintrittsbarrieren speziell für künftige Gewerbetreibende, wie sie in der letzten Legislaturperiode eingeleitet wurden, im Gesetzgebungsprozess berücksichtigt würde. Denn wir müssen verhindern, dass Unternehmer am Markt sind, die weder das notwendige Know-how mitbringen noch die erforderlichen Personal- und Sachmittel nachweisen können, um seriös zu agieren. Ziel sollte es sein, nicht den vermeintlichen Erfolg in Dumpingpreisen zu suchen, die wie-derum ausschließlich durch Dumpinglöhne möglich sind.

Frank Richter und Dr. Tim Stuchtey betonen erhebliche Relevanz der Prävention

In der anschließenden Diskussion hob Frank Richter, Polizeipräsident von Essen und Mülheim an der Ruhr, ebenfalls die vielfältigen Chancen der Zusammenarbeit von staatlichen Sicherheits-behörden und Sicherheitswirtschaft hervor. „Beispielhaft für die gute Kooperation ist neben ge-meinsamen erfolgreichen Einsätzen bei großen Veranstaltungen z. B. auch die Sicherheitspartner-schaft Ruhr. Dort arbeiten Polizei und ausgewählte Dienstleister auf freiwilliger Basis zusammen, um einen zusätzlichen Beitrag zur Steigerung der objektiven und s

ubjektiven Sicherheit zu leisten.“

Gleichzeitig unterstrich Frank Richter die Bedeutung des Themas Prävention, das gleichfalls von Dr. Tim Stuchtey, geschäftsführender Direktor des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) in Potsdam, in den Fokus gerückt wurde. „Investitionen in vorbeugende Schutzmaßnahmen, für die private Dienstleister ein großes Portfolio bereithalten, sind wichtiger Beitrag zur eigenen Sicherheit, aber auch für die Sicherheit der Allgemeinheit“, erklärte Dr. Stuchtey. „Hier können Unternehmen und Haushalte mehr tun, wenn ihnen das allgemeine Si-cherheitsniveau für die eigene Situation nicht ausreicht.“



Die KÖTTER Unternehmensgruppe

Die KÖTTER Unternehmensgruppe ist eine moderne und innovative Firmengruppe mit Stammsitz in Essen, die seit ihrer Gründung im Jahr 1934 in Familienbesitz ist. Als professioneller Facility-Services-Anbieter steht die KÖTTER Unternehmensgruppe für maßgeschneiderte Systemlösungen aus einer Hand, bestehend aus Sicherheitsdienstleistungen, Sicherheitstechnik, Reinigungs- und Personaldienstleistungen. Die KÖTTER Un-ternehmensgruppe erwirtschaftet mit ihren rd. 18.500 Mitarbeitern an den mehr als 50 Standorten in Deutsch-land einen Umsatz von 540 Mio. € (Zahlen für 2018). Weitere Informationen: koetter.de.


Kontakt:
KÖTTER GmbH & Co. KG Verwaltungsdienstleistungen
Carsten Gronwald
Pressesprecher
Tel.: (0201) 2788-126
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