Pressemitteilung des BDSW 38 / 2021

Berlin - Die Inventurdifferenzen des Deutschen Handels sind 2020 erstmals seit Jahren nicht gestiegen. Dies geht aus der Studie „Inventurdifferenzen 2021“ der EHI Retail Institute GmbH hervor.

Auf Grund der ungewöhnlichen Situation durch die Corona-Pandemie ist sogar ein leichter Rückgang von 5 Prozent zu verzeichnen. Trotzdem betrugen die Schäden für den Handel 2020 immer noch 4,2 Milliarden Euro - im Vergleich zu 4,4 Milliarden Euro im Jahr 2019. Allein 2,16 Milliarden Euro gingen dabei auf das Konto von Kunden, 885 Millionen Euro verursachten eigene Mitarbeiter. „Viele dieser Schadensfälle könnten durch eine bessere Qualifizierung der ca. 10.000 Sicherheitskräfte und Kaufhausdetektive verhindert werden“, sagte Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des BDSW. „Leider wird die gemeinsam vom BDSW und der EHI GmbH geschaffene Qualifizierung zur „Sicherheitskraft Handel“ der Deutsche Sicherheits-Akademie GmbH (DSA) kaum nachgefragt.“

Die Prüfung entstand auf Anregung des Handels, mit der Absicht speziell qualifizierte Mitarbeiter:innen mittel- bis langfristig bei der Tätigkeit als Einzelhandelsdetektiv/Shopguard einzusetzen. „Sicherheitsmitarbeiter:innen, die in Geschäften tätig sind, müssen dringend zusätzlich qualifiziert werden“, sagte Olschok weiter. „Die Inhalte der Sachkundeprüfung decken zwar die Grundzüge der alltäglichen Anforderungen für Sicherheitsmitarbeiter:innen ab. Die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen können allerdings den speziellen Anforderungen einzelner Tätigkeiten, nicht gerecht werden. Dies liegt einfach an der Vielfalt der Branche.“ Zwar investiere der Handel der Studie zufolge bereits jährlich 1,3 Milliarden Euro in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen. Offensichtlich werde das Geld aber entweder an falscher Stelle ausgegeben oder es reiche nicht aus. „Die angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen müssen genutzt werden, um die Schadenshöhe zu vermindern“, forderte Olschok. Er mahnte den Handel auch an, bei der Vergabe der Aufträge auf eine der Tätigkeit angemessene Entlohnung zu achten. Auch wenn diese Tätigkeit nur in den wenigsten Tarifverträgen erfasst ist, müsse der Lohn auf alle Fälle über der untersten Lohngruppe liegen, so Olschok.

Im Rahmen der Qualifizierung zur Sicherheitskraft Handel (DSA) werden u. a. handelsspezifische Kenntnisse, die Anwendung von Rechtsvorschriften auf Sicherheitsdienstleistungen im Handel und spezielle Deliktgruppen theoretisch und praktisch behandelt. Die Qualifizierung wird seit 2018 unter www.sicherheitskrafthandel.de angeboten.



Brancheninformationen (www.bdsw.de)
Private Sicherheitsdienstleister in Deutschland beschäftigen bundesweit rund 267 000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Im Jahr 2019 lag der Umsatz nach ersten Schätzungen bei rund 9,25 Mrd. Euro liegen - davon entfallen auf die Segmente Geld und Wert ca. 613 Mio. Euro und Luftsicherheit 962 Mio. Euro, insgesamt also 1,5 Mrd. Euro. Die im BDSW organisierten Unternehmen bieten vor allem hochwertige Dienstleistungen an. Dazu gehören u. a. Schutz von Kraftwerken und anderen Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur sowie von militärischen Liegenschaften, Pforten- und Empfangsdienste, qualifizierte Objekt- und Werkschutzdienste. Eine stark zunehmende Bedeutung hat die Kombination von moderner Sicherheits- und Überwachungstechnik mit personellen Dienstleistungen („Integrierte Sicherheitslösung“). Der Umsatz beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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