Pressemitteilung des BDSW 01 / 2018

Berlin – Viele der knapp 260.000 Beschäftigten in der Sicherheitswirtschaft konnten sich zum Jahresbeginn 2018 über erneute Lohnsteigerungen freuen. Darauf wies der Hauptgeschäftsführer des BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, Dr. Harald Olschok, heute in Berlin hin.

Die Tariflöhne für die Beschäftigten in der untersten Lohngruppe seien um bis zu 4,8 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Erhöhungen lägen bei 3,17 Prozent.
  
Die Erhöhungen zum 1. Januar 2018 wurden bereits in der letzten Tarifrunde beschlossen und erstrecken sich in den Bundesländern über eine Bandbreite von 1,6 bis 4,8 Prozent. Im letzten Jahr stiegen die Stundengrundlöhne in der untersten Lohngruppe für Sicherheitstätigkeiten bereits durchschnittlich um 3,86 Prozent an. „Vor allem für diese Lohngruppe und die Zeitzuschläge benötigen wir die Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge“, so Olschok. Es werde zunehmend wichtiger, dass die Tariflöhne auch für nicht im Verband organisierte Sicherheitsfirmen gelten. „Die rund 6.000 Sicherheitsunternehmen, die nicht bei uns Mitglied sind, müssen ohne Allgemeinverbindlichkeit lediglich den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro bezahlen“, so Olschok weiter. Zuschläge, die prozentual einen nicht unerheblichen Anteil des monatlichen Einkommens der Beschäftigten ausmachen, müssten ebenfalls nicht bezahlt werden.

„Es ist uns erfreulicherweise in den letzten Jahren gelungen, die Anzahl der für allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge zumindest für die unterste Lohngruppe und die Zeitzuschläge zu erhöhen. Für die vielen anderen Lohngruppen ist dies leider oft nicht der Fall“, so Olschok.

In der momentanen Lage der Sicherheitswirtschaft stellt zudem das Finden geeigneten Personals trotz kontinuierlich steigender Löhne ein großes Problem dar. Immer mehr Unternehmen werben um die zur Verfügung stehenden Beschäftigten. Die Bundesagentur geht in ihrer aktuell vorgelegten Arbeitsmarktstatistik von 11.302 offenen Stellen bei den privaten Sicherheitsdiensten auf. „Eine festgelegte tarifliche Mindestentlohnung aller Beschäftigten wäre ein guter Anfang, um einheitliche Voraussetzungen für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu schaffen“, so Olschok.




Brancheninformationen (www.bdsw.de)
Private Sicherheitsdienstleister in Deutschland beschäftigen bundesweit rund 260.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Im Jahr 2016 wurde  ein Umsatz von ca. 8,62 Mrd. Euro erzielt. Davon entfallen auf die Segmente Geld und Wert bzw. Luftsicherheit jeweils ca. 700 Mio. Euro, insgesamt also 1,5 Mrd. Euro. Für 2017 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 5 Prozent gerechnet, weil die Nachfrage für den Schutz von Flüchtlingsunterkünften deutlich Die im BDSW organisierten Unternehmen bieten vor allem hochwertige Dienstleistungen an. Dazu gehören u. a. Schutz von Kraftwerken und anderen Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur sowie von militärischen Liegenschaften, Pforten- und Empfangsdienste, qualifizierte Objekt- und Werkschutzdienste. Eine stark zunehmende Bedeutung hat die Kombination von moderner Sicherheits- und Überwachungstechnik mit personellen Dienstleistungen („Integrierte Sicherheitslösung“). Der Umsatz beträgt ca. 700 Mio. Euro.

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